5 Tipps für gelungene Fotos mit der Lightroom Kamera-App

Die bestes Kamera ist immer die, die Du dabei hast, wenn Du ein Motiv fotografisch festhalten willst. In jedem Smartphone gibt es inzwischen eine Kamera. Oft stehen sogar verschiedene Linsen mit unterschiedlichen Blenden und Brennweiten zur Verfügung. Seit einigen Jahren können diese Smartphones Fotos auch im RAW-Format abspeichern.

Lightroom CC gibt es sowohl für Desktop-Systeme, die mit Windows oder MacOS laufen, wie auch für mobile Geräte, wie Smartphones und Tablets. Auf den Mobilgeräten gibt es eine integrierte Kamera-App, mit der Du ohne die Lightroom-App verlassen zu müssen, Fotos machen kannst. Diese Fotos können direkt in einem Album gespeichert werden, Du sparst Dir also einige Arbeitsschritte gegenüber der Verwendung einer separaten Kamera-App.

Über welche Features verfügt die Lightroom Kamera-App?

Die Lightroom Kamera-App bietet die alle Funktionen, die Du von so einer App erwarten kannst: es gibt eine Belichtungssteuerung und -korrektur, Einstellungen für den ISO-Wert und Weißabgleich. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit die Fotos als JPG oder als DNG zu speichern. Weitere Funktionen ermöglichen es Dir, manuell zu fokussieren und die verschiedenen Linsen des Mobilgeräts anzusprechen.

Die Kamerafunktion aktivierst Du durch antippen des Kamera-Symbols, wenn Du Dich in Lightroom in einem Album befindest. Als Album zählen hier auch die Systemalben, wie z.B. Alle Fotos.

Und nun zu den Tipps für gelungene Fotos mit der Lightroom Kamera-App

Die Funktionsliste der Lightroom Kamera-App hört sich gut an. Da die Kamera-App den Fokus auf die RAW-Fotografie legt, sind weniger KI-Funktionen wie in der normalen Kamera-App des Smartphones verfügbar. Deswegen ist es hilfreich, einige Stellschrauben zu kennen, damit die Ergebnisse auch so sind, wie Du sie Dir wünschst.

Bevor wir ins Detail gehen, kannst Du Dir die 5 Tipps in einem Video ansehen. In dem weiteren Verlauf dieses Tutorials erläutere ich Dir die Details zu den einzelnen Tipps.

1. Das richtige Bildformat wählen

Du hast die Wahl zwischen DNG und JPG als Bildformat. Das DNG-Format (Digital Negative) ist das RAW-Format, welches von Adobe entwickelt wurde, um die verschiedenen Formate der Kamerahersteller vereinheitlichen zu können. Auch wenn dieses Format von Adobe entwickelt wurde, ist es ein Format, welches jede Software verwenden kann.


Wenn Du also vor hast die Fotos hinterher zu bearbeiten, solltest Du in den Einstellungen das DNG-Format einstellen. Damit hast Du das Foto im unveränderten Original. Das gewählte Bildformat erscheint in der App am linken oder oberen Bildschirmrand, je nach Ausrichtung des Smartphones (1). Tippst Du das angezeigte Format an, hast Du die Möglichkeit dieses mit dem Schieberegler (2) zu ändern.

2. Belichtungszeit anpassen

Auch wenn die Kamera von Smartphones viel über Automatik und von künstlicher Intelligenz gesteuert wird, gibt es immer wieder Situationen, in denen die manuelle Einstellung der Automatik überlegen ist.

Die Einstellung für die Belichtungszeit verbirgt sich unter der Funktion Sec in der Funktionsleiste (1). Der begriff Sec ist kurz für den englischen Begriff Second (Sekunde) und ist ein Synonym für die Belichtungszeit. Wenn Du auf diese Funktion antippst, dann erscheint ein Slider (2), mit der Du die Belichtungszeit mit einem einfachen hin und herschieben anpassen kannst.

Falls Du kein Stativ verwendest (siehe auch Tipp 5) solltest Du darauf achten, dass die Belichtungszeit nicht zu groß wird. Erfahrungsgemäß ist 1/30s eine Grenze für verwacklungsfreie Fotos. Je nach dem, wie ruhig Du deine Hand halten kannst, kann dieser Wert nach oben und unten abweichen.

3. ISO-Wert anpassen

Der ISO-Wert bestimmt, wie empfindlich der Sensor auf Licht reagiert. Je höher der Wert, desto empfindlicher reagiert der Sensor. Allerdings entstehen bei hohen ISO-Werten Bildrauschen. Dieser Effekt tritt früher auf, wenn die Sensoren kleiner sind. Das betrifft natürlich die Smartphone-Sensoren besonders, da diese sehr klein sind. Schon bei Werten um ISO 100 kann man bei Smartphones Bildrauchen erkennen.

In der Funktionsleiste ist der aktuelle ISO-Wert unter dem Begriff ISO ablesbar (1). Die Vorgehensweise zur Änderung des ISO-Wertes ist wie bei der Anpassung der Belichtungszeit. Du musst lediglich in der Funktionsleiste auf ISO tippen (1). Daraufhin erscheint ein Slider (2), mit dem Du den gewünschten Wert einstellen kannst.

Da der Sensor der Smartphones sehr klein ist, fängt das Bildrauchen schon wesentlich früher an, wie Du es von einer herkömmlichen Kamera vielleicht kennst. Ich habe die besten Ergebnisse mit einem ISO-Wert von maximal 80 gemacht.

Falls Du mehr erfahren willst, wie Belichtungszeit und ISO (und der Blendenwert) zusammenhängen, kann ich Dir mein Tutorial Blende, ISO und Belichtungszeit – Basiswissen empfehlen.

4. Manuell fokussieren

Genauso hilfreich kann es sein, manuell zu fokussieren. Die Lightroom Kamera-App bietet auch diese Funktion. Die Schärfe kannst Du mittels der grünen Kantenanhebungsfarbe erkennen. Dieses Feature gibt es meines Wissens nur auf iOS-Geräten.

Die Fokusmethode kannst Du in der Funktionsleiste unter dem Symbol [+] finden (1). Nachdem Du dieses Symbol angetippt hast, erscheint ein Slider (2), mit dem Du fokussieren kannst. Je intensiver das Grün wird, desto mehr Schärfe wird das Foto haben.

5. Stativ und die Selbstauslösung benutzen

Jede Berührung des Smartphones kann unweigerlich zu Mikroverwacklungen führen. Abhilfe schafft hier die Verwendung eines Fotostativs. Für die Smartphones gibt es viele Halterungen, mit dem Du Dein Smartphone stabil an ein Stativ befestigen kannst. Somit kannst Du alle Einstellungen in Ruhe tätigen und die Berührung des Displays um auszulösen, verzieht nicht die Kamera.

Eine andere Möglichkeit ist der Selbstauslöser. In der Lightroom Kamera-App findest Du diese Einstellung in den Optionen der Kamera (das Menü-Symbol am oberen Rand). Dort kannst Du zwischen Aus, 2, 5 und 10 Sekunden wählen. Ich nutze meistens 2 Sekunden. Mit dem Selbstauslöser berührst Du zum Zeitpunkt des eigentlichen Auslösens der Kamera auch nicht das Display, was Verwacklungen ebenfalls vermeidet.

Am besten kombinierst Du beides, wenn es das Motiv hergibt. Bei sich bewegenden Motiven ist dieser Tipp natürlich nur begrenzt nutzbar, aber bei Landschaften, Architektur und auch Portraits hilft die Verwendung eines Stativs und der Selbstauslösung die Mirkoverwacklungen fast gänzlich zu eliminieren.

Zu guter Letzt

Mit diesen 5 Tipps kannst Du mit der Lightroom Kamera-App Fotos machen, die nach ein wenig Bearbeitung mit denen aus einer herkömmlichen Kamera standhalten können. Natürlich sind nicht alle Tipps in allen Situationen praktikabel. Es ist jedoch hilfreich, wenn Du die wichtigen Stellschrauben dieser App kennst.

In einem der nächsten Tutorials zeige ich Dir, wie man das Foto aus den Screenshots bearbeiten kann.

Wie hat Dir dieses Tutorial gefallen? Helfen Dir diese Tipps bei der Verwendung der Lightroom Kamera-App? Hinterlass mir doch einen Kommentar.

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