Bildverwaltung auf dem iPad – Apple Fotos, Creative Cloud und Mylio im Vergleich

Egal, ob Du fotografierst, zeichnest oder anderweitig mit Bildern zu tun hast. Die Menge an Bildern, die mit der Zeit zusammenkommt, ist ohne eine gute Bildverwaltung nicht handhabbar. Doch was ist der Ansatz, der zum erhofften Erfolg führt? In diesem Beitrag schauen wir uns gemeinsam 3 verschiedene Lösungsansätze für die Bildverwaltung auf dem iPad bzw. Tablet (und natürlich auch für Dein Smartphone, Desktop & Co) an.

Doch zuerst überlegen wir, welche Anforderungen wir an eine Bildverwaltung haben. Natürlich können dieses Anforderungen bei Dir natürlich von den meinen abweichen, aber um diesen Beitrag einfach zu halten, nehme ich einfach an, dass Du meiner Meinung bist 🙂

Die Anforderungen an eine Bildverwaltung

Die Bildverwaltung auf dem iPad soll nicht meine Original-Fotos von der Kamera oder Zeichnungen verwalten, dafür habe ich entsprechende andere Apps, wie Lightroom, Affinity Designer oder ProCreate. Ich brauche eine Bildverwaltung für meine fertigen Bilder. Aus der Bildverwaltung heraus will ich diese Bilder auch mit anderen Apps teilen. Falls die Bildverwaltung die Apple-eigene Fotos-App umgehen kann, wäre das ein klarer Pluspunkt.
Die Bildverwaltung muss über Ordner oder Alben die Fotos und Bilder verwalten können, die jeweils kleinere Vorschaubilder anzeigen.
Ich möchte die Bilder kategorisieren und ggfs. mit Stichwörtern anreichern können, nach denen gefiltert werden kann. Und ich brauche eine Suche oder Filtermöglichkeit. Eine Volltextsuche würde das alles noch abrunden.
Zusätzlich wäre eine Synchronisierung auf andere Geräte, wie mein iPhone oder Macbook Pro noch erstrebenswert. Denn nichts ist lästiger, nicht auf alle Daten zugreifen zu können.

Zusammengefasst hätte ich im Optimalfall alle diese Anforderungen erfüllt:

  • Bildverwaltung meiner fertigen Fotos und Bilder ohne diese in der Fotos-App speichern zu müssen
  • Organisation in Ordner oder Alben
  • Vorschaubild in der Übersicht
  • Kategorien und Stichwörter
  • Volltextsuche und Filtermöglichkeit nach Datumsbereich, Kategorien und Stichwörter
  • Synchronisierung auf alle Geräte

Apple-eigene Lösung

Es ist naheliegend, dass man sich erstmal das ansieht, was iOS selbst mitbringt. Das wäre erstmal Apple Fotos und die Dateien-App mit iCloud-Synchronisation. Die erste Anforderung, dass die Fotos und Bilder nicht in der Fotos-App gespeichert werden sollen, lassen wir hier mal außer acht.

Apple Fotos

Apple Fotos ist der zentrale Ablageort für Bilder und Fotos auf einem Apple-System. Dort kannst Du sehr einfach die Fotos und Bilder in Alben organisieren. Alle Inhalte kannst Du per iCloud freigeben und hast dann auf alle Fotos auf allen Geräten Zugriff, die mit der iCloud und Deiner AppleID verknüpft sind. Falls Du das nicht willst, weil viele Inhalte der Foto-App nicht unbedingt geteilt werden sollen, hast Du noch die Alternative der Geteilten Alben. Das klappt auch sehr gut, hat aber den Nachteil, das Fotos und Bilder automatisch auf die maximale Kantenlänge von 2048px verkleinert werden und der Komprimierungsgrad sehr stark ist, was leider sichtbar auf die Qualität Einfluss nimmt.
Kategorien und Stichwörter sucht man in der Fotos-App vergeblich. Ebenso eine Volltextsuche.

Apple Fotos als Alternative für die Bildverwaltung
Apple Fotos als Alternative für die Bildverwaltung

Dateien-App

Eine andere Lösungsmöglichkeit wäre es, die Fotos und Bilder einfach in einem iCloud-Ordner zu speichern. Das funktioniert auch hervorragend, alle mit der iCloud-verbundenen Geräte haben auch direkt Zugriff darauf. Kategorien könnten über die Farblabels realisiert werden. Es kann nach Dateinamen gesucht werden.

Aber so richtig gut fühlt sich diese Lösung noch nicht an, ich suche also nochmal weiter.

Adobe Creative Cloud

Schauen wir uns doch mal beim Marktführer bezüglich Fotobearbeitung & Co um. In die nähere Betrachtung kam für mich Lightroom CC und die Creative Cloud-App. Für beides benötigt man ein aktives Creative Cloud Abo, welches Du aber schon ab ca. 5,00 € im Monat bekommen kannst.

Lightroom CC

Lightroom CC enthält schon eine gute Bildverwaltung auf dem iPad. Allerdings kommst Du ohne App nicht an die Bilder, Du musst sie also jeweils exportieren, da die bearbeiteten Fotos und Bilder sich nur innerhalb der App befinden. Bilder und Fotos importierst Du direkt in Lightroom CC, ohne dass die Fotos und Bilder vorher in der Fotos-App gespeichert werden müssen. Die Organisation innerhalb von Lightroom kann über Alben erledigt werden. Auf jedem Gerät, auf dem Lightroom CC installiert ist, ist dieselbe Ansicht von Fotos und Alben verfügbar. Man kann einzelne Fotos und Alben auch über das Web freigeben. Lightroom bzw. Adobe rühmt sich ihrer AI, die sich Sensei nennt. Aus diesem Grund sind Stichwörter oder Kategorien nicht verfügbar. Lightroom analysiert die Bilder und vergibt intern entsprechende Stichworte, nach denen dann gesucht werden kann.

Bildverwaltung mit Lightroom CC
Bildverwaltung mit Lightroom CC

Creative Cloud-App

Auch über die Creative Cloud-App kannst Du die fertigen Fotos und Bilder verwalten. Durch die Creative Cloud sind die Fotos und Bilder auch auf allen Deinen Geräten synchron. Du kannst die Verwaltung über Bibliotheken und Ordner realisieren. Zusätzlich bekommst Du noch Funktionen, wie Hintergrund entfernen oder Freistellen kostenlos zur Verfügung gestellt. Allerdings ist der Export der Bilder aus der App nicht so vielfältig.

Bildverwaltung auf dem iPad mit Mylio

Mylio ist eine App, die sich der Bildverwaltung angenommen hat und ist auf allen relevanten Plattformen verfügbar. Mylio kommt ganz ohne eigene Cloud aus und ist erstmal kostenlos. Nur wenn Du mehr als 25.000 Fotos verwalten, direkt mit Mylio Deine RAW-Fotos bearbeiten oder mehr als 3 Devices synchronisieren willst, benötigst Du einen Pro-Account ($9,99/Monat oder $99/Jahr).

Fotos und Bilder können in Mylio mit Ordnern und Alben verwaltet, nicht-RAW-Dateien bearbeitet werden. Es gibt ein GPS-Modul und auch eine Gesichtserkennung ist mit an Bord. Alle Bilder sind auch in einer Kalenderansicht verfügbar, so dass Du Dir einen schnellen Überblick verschaffen kannst, wann welche Fotos und Bilder entstanden sind.

Kategorien und Stichworte sind genauso unterstützt, wie auch die Bearbeitung von Dateiname, Titel und Beschreibung. Alles diese Angaben sind auch durchsuchbar, genauso wie Sternbewertungen und Datumsbereiche.

Installierst Du Mylio auf einem Desktop-System, dann kannst Du auch eine NAS einbinden, die als Backup-Medium fungiert. So sind Deine synchronisierten Fotos und Bilder auch automatisch gesichert. Die NAS zählt übrigens nicht zu den 3 kostenlosen Devices.

Dokumente, wie z.B. PDF-Scans, kannst Du übrigens auch mit Mylio verwalten. Der Inhalt der PDFs ist dann mit der Volltextsuche durchsuchbar. Das geht ja noch nicht mal mit der Dateien-App.

Bildverwaltung mit Mylio
Bildverwaltung mit Mylio

Wie funktioniert die Synchronisierung ohne Cloud?

Die Devices, die miteinander synchronisiert werden sollen, müssen sich in demselben WLAN befinden und Mylio muss gestartet sein. Dann synchronisieren sich die enthaltene Fotos, Bilder und Dokumente automatisch. Hast Du ein Desktop-System als Device und dort eine NAS eingebunden, werden die Fotos, Bilder und Dokumente auch dorthin gesichert.

Zusammenarbeit mit Lightroom

Ich verwende Lightroom für meine Fotos. Die fertigen Fotos möchte ich dabei in Mylio speichern. Das ist ziemlich einfach zu realisieren. Ich nutze die Teilen-Funktion in Lightroom. Ich habe für die Funktion Teilen mit… ein festes Format eingestellt: sRGB JPG, 2400px längste Seitenkante und 100% Qualität.

Export aus Lightroom nach Mylio

Ich teile also ein oder mehrere Bilder mit der Teilen mit…-Funktion und wähle als Ziel Mylio. Nach dem erfolgreichen Teilen wechsel ich zu Mylio und finde die geteilten Fotos in dem Inbox-Ordner. Danach wähle ich dann die Option Move to folder und wähle den passenden Ordner aus.

Das schöne ist, dass Titel, Beschreibung und Sternbewertung aus Lightroom mit übernommen werden. Und Du hast die Möglichkeit einem Ordner einen Satz an Kategorien zuzuordnen, die den Fotos dann automatisch zugeordnet werden. Leider geht das nicht auch für die Stichworte.

Export von Fotos und Bildern aus Mylio

In den Exporteinstellungen von Mylio kannst Du nicht verschiedene Exportsettings angeben, die du dann beim Export eines oder mehrere Bilder auswählen kannst. Deswegen habe ich in den Exporteinstellungen von Mylio die jeweiligen Maximalwerte konfiguriert. Beim Import der Fotos in Mylio achte ich dann auch eine sinnvolle Größe und muss beim Export nur ein oder mehrere Fotos auswählen und auf das Export-Icon tippen. Danach hast Du die Möglichkeit wie gewohnt das Foto oder Bild zu teilen.

Was ist nun der beste Kandidat?

Für mich ist Mylio zur Zeit der beste Kandidat, der alle Anforderungen für eine Bildverwaltung auf dem iPad erfüllt. Ich nutze Mylio nun seit einigen Wochen. Natürlich ist nicht alles perfekt. Ich fände es superpraktisch, wenn man auch Fotos per Drag’n’Drop einem Ordner hinzufügen oder beim Import über die Teilen-Funktion den Zielordner auswählen könnte. Aber alles in allem ist es die beste Lösung für mich und völlig kostenlos.

Wie ist Deine Meinung dazu? Kennst Du Mylio und verwendest es? Ich bin an Deiner Meinung interessiert, wie es für Dich funktioniert. Suchst Du noch andere Empfehlungen für Apps für Dein iPad, schaue doch hier mal vorbei.

Schreibe einen Kommentar